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Teutonia Schalke - BVR 3:4 (0:1)

Bumaye zu Gast auf der altehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn bei den Teutonen aus Schalke.

 

Frisch gezapftes Bier für die Zuschauer, enge Kabinengänge, die Mischung aus Professionalität und Verwahrlosung, die hinter jeder Ecke lauert...wenn es jetzt noch die Bockwurst für 2 Mark gibt, so Couch Griese vor dem Spiel, ist alles genau wie früher. Aber Nostalgie beiseite, bereits vor der Partie wurden die Kumpel aus Rentfort zurück in die Realität beordert. Griese spricht aus, was sich heutzutage keiner meiner traut und droppt die A-Bombe in der Kabine. Wir könnten es schaffen die ersten 20 Minuten nicht kompletten Dreck zu spielen, wenn wir uns, so der Trainer vorsichtig, „ein wenig aufwärmen würden“. „Nicht sofort, aber möglicherweise vielleicht ab kommender Woche, wenn es keine Umstände macht, vielleicht“, so der Übungsleiter weiter, begleitet von den verständnislosen Rufen seiner Mannschaft. Manche gehen in ihrer Ablehnung so weit, dass das Team infolge einer sogenannten „Protestzerrung“ auf Torgarant Swiggidy Sveisler verzichten muss. Gut, dass Trainer Griese mit dieser Art von Reaktion gerechnet - und im Voraus Offensivallrounder Tobi Dude aus der eigenen Viertvertretung verpflichtet hat. Und wie wichtig Dudde Woche für Woche in der Dritten ist, beweist er auch diesen Sonntag wieder. Nach einer kurzen Abtastphase, in der Teutonia aggressiv anläuft, aber auch nicht so richtig, erhält Duddde im Mittelfeld den Ball, lässt drei Teutonen stehen und schiebt in der 15. Minute lässig zum 1:0 aus Rentforter Sicht ein. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt ein wenig schmeichelhaft, aber das ist nun mal die individuelle Klasse, die unsere Dritte hat, wenn Spieler aus anderen Teams zu Gast sind. Die restlichen 30 Minuten der ersten Halbzeit sind geprägt von Fehlpässen und Aiaiai rufen. Ein, zwei schöne Kometen sind mit dabei, das große fußballerische Entertainment sollte jedoch erst im zweiten Durchgang folgen.

 

Während Griese in der Halbzeit noch dabei ist den zweiten Teil seiner Bockwurst Geschichte zu erzählen, geht es auch schon weiter.

 

Von Anfang an wach legt Bumaye direkt ein viertel Schüppchen drauf, nur um die Schüppe in der Folge dann ganz wegzuwerfen. Die einstudierte Ecke, etwas zu kurz und zu langsam und ein wenig zu ungenau, findet erneut Dudddde, der im Gewühl die Übersicht behält und auf 2:0 erhöht. Für das Sicherheitskonzept in der eigenen Hälfte zeichnete sich mittlerweile der eingewechselte Kapitän der Rentforter Elf, Buddy Drews, verantwortlich. So gab es in der 59. Minute den Anschlusstreffer und nur zwei Minuten später den Ausgleich für Teutonia. Die Partie wurde bissig und die Zuschauer auf den Rängen lauter. Es entwickelte sich über die restlichen 30 Minuten eine richtig schöne Kreisliga B Schlacht mit allem was dazugehört. Zunächst war es Kapitän Drews selbst, der den Abstand der ersten Halbzeit nach ansehnlichem Zuspiel von Hengstermann wieder herstellte, bevor Teutonia nach fragwürdigem Elfer erneut egalisierte. Die Partie war nun so hitzig geworden, dass Coach Griese sich infolge einer roten Karte das Spiel nur noch von der Tribüne angucken durfte. Taktikanweisungen seitens des Trainers waren so unmöglich, weil er nun zwei Meter weiter hinten stehen musste, als zuvor. Das Team war auf sich allein gestellt. Kurze Zeit später durfte ein Teutone Griese auf die Tribüne folgen, nachdem er „nur den Ball“ gespielt hatte. Viele eindeutige Chancen konnten sich unsere Bumayisten nicht mehr herausspielen, wäre da nicht unsere Leihgabe aus der Vierten. In der 94. Minute schnappt sich erneut Duddddde den Ball, zieht in den Strafraum und geht zu Boden. Fragwürdig, aber wer fragt schon nach? Buddy tritt an und verwandelt abgebrüht zum Endstand von 4:3. Zwei Rote Karten gab‘s noch in der Nachbesprechung für unzufriedene Schalker, bevor der Schiedsrichter die Partie beendete.

 

Rentfort nimmt drei Punkte mit und kommt nochmal mit dem Schrecken davon. „O Schpiele musse au erfma gewinne“ ruft ein glücklicher Mann mit Bockwurst im Mund von der Tribüne und strahlt als sei es wieder 1958.

 

 

 

Der Trainer war nicht ganz zufrieden.